Stube-Theater überzeugt am Premieren-Wochenende
Wer kennt den Dorfklatsch im Dorfleben nicht? Die Nachbarschaft hört und sieht alles und weiß es oft besser. Schnell ist eine Situation missinterpretiert und ein Gerücht in Windeseile verbreitet, ob es nun Hand und Fuß hat oder nicht. Genau das thematisiert das neue und kleine Emmetter Theater «Stube-Theater» im Premierenstück «Gott weiß alles, die Nachbarn noch viel mehr!». Am ersten Wochenende waren 2 der 3 Aufführungen ausverkauft. Ein toller Erfolg. Zurecht:
Daniela Gröbli, die das Stück auf die kleineren Platzverhältnisse der Kultuir-Stube umgeschrieben hat, spielt eine der Hauptrollen. Als Yvonne verkörpert sie die alte Dame, die alles sieht, hört und gut zu interpretieren weiß auf herrliche Art und Weise. In einer beschaulichen Nachbarschaft leben 3 Parteien nebeneinander und zelebrieren ihr Leben in ihren schmucken, kleinen Gärten. Praktisch, dass Yvonne dort genau in der Mitte lebt.
Ihr Hobby ist denn auch, die Nachbarschaft zu dokumentieren. Akribisch notiert sie das Geschehen und spioniert die anderen aus. Dabei wird sie durch Hanna (Athalja Würsch) aber mächtig gestört, die für einige wenige Tage bei ihr einzieht. Die Welten der vegetarischen Klimaaktivistin und der Hausfrauen-Spionin passen überhaupt nicht zusammen und sorgen für viel Durcheinander – und umso mehr Lacher.
Ehekrise links, „nur kein Drama“ rechts?
Nebenan leben Babsi (Amasona Würsch) und ihr Mann Linus (Lennard Buholzer) eine sehr einseitige Ehe – oder aus der Sicht von Yvonne eine sehr unterhaltsame. Während Babsi sich in ihrem Tempo um den Haushalt kümmert, führt Linus ein einfaches und wohl eher ignorantes Leben. Umso praktischer, dass die Nachbarschaft auf der anderen Seit mit Jill (Seline Würsch) und Simon (Samuel Farinato) umso mehr abwechslungsreich und undurchschaubar ist.
Die Zahnräder im Kopf von Yvonne drehen deshalb konstant und sie beginnt die Dinge zu interpretieren. Dass die Dinge aber anders sind, als dies Yvonne zu denken scheint, kommt mit der Zeit immer klarer zum Vorschein. Spätestens als Yvonnes Ziehtochter Sofia (Vanessa Würsch) ihren neuen Freund vorstellen will, platzt die Bombe und Yvonnes Welt wird auf den Kopf gekehrt.
Tolle und kurzweilige Unterhaltung
Die 7 Schauspielerinnen und Schauspieler zeigen in der gemütlichen und lauschigen Kultuir-Stube beste Unterhaltung und nehmen die kleine Nachbarschaft in 5 Tagen (Akten) auf die Schippe. So hinterfragt man sich als Zuschauer durchaus auch mal selber, ob man nicht auch schon Gerüchte in die Welt gesetzt oder Dinge falsch interpretiert hat. Und gleichzeitig werden die Lachmuskeln ob den schlagfertigen Antworten und den wirren Situationen sowie die Hirnzellen durch die Kombinationen von Beziehungen gefordert.
Was am Ende bleibt sind gute Laune nach einfacher, gut gespielter Unterhaltung. Und das Fazit, dass sich ein Besuch der neuen Theaterformation sehr lohnt.
Noch ein Wochenende Aufführungen
Da in der Kultuir-Stube beim Stube-Theater pro Aufführung nur ca. 30 Plätze vorhanden sind, ist eine Reservation sehr zu empfehlen. Die letzten 3 Aufführungen finden am 8./9./10. November statt. Am Freitag und Samstag um 20:00 Uhr, am Sonntag um 14:30 Uhr. Danach lässt es sich beim Barbetrieb durchaus noch einige Zeit verweilen.

Reservationen können jeweils am Dienstag, Mittwoch, Donnerstag von 18 bis 20 Uhr via Telefon 079 405 98 90 oder via Email info@kultuir-stube.ch gemacht werden.
Fotoeindrücke der 3. Aufführung





