Älplerchilbi auf der Konzertbühne
Musikgesellschaft Emmetten begeistert mit urchigem Themenabend
Mit einem stimmungsvollen und ideenreich gestalteten Konzert unter der Leitung von Patrik Stadler feierte die Musikgesellschaft Emmetten am vergangenen Wochenende die Älplerchilbi vor. Da das traditionelle Dorffest in diesem Jahr nicht stattfindet, nahm die Musikgesellschaft das Brauchtum kurzerhand selbst zum Konzertthema und verwandelte den Saal in eine lebendige Festhütte.
Bereits beim Einmarsch der Musikantinnen und Musikanten sprang der Funke auf das Publikum über. Die hauseigende Ländlerkapelle eröffnete den Abend mit dem schwungvollen «Wybergstörm» von Kaspar Muther. Spontane Juchzer aus dem Publikum sorgten schon zu Beginn für beste Stimmung. Moderator Walter Infanger führte mit Witz, Charme und sicherem Gespür durch das Programm und brachte das Konzertmotto augenzwinkernd auf den Punkt: «Weil wir dieses Jahr keine Älplerchilbi haben, organisieren wir halt selbst eine.»

Musikalisch unterstrichen wurde dies mit dem festlichen «Let’s Celebrate» von Gilbert Tinner und «Lasset uns das Leben geniessen» von Mario Bürki. Anschliessend zeigte die Musikgesellschaft mit der Ballade «In pign regal» von Marie-Louise Werth ihre gefühlvolle Seite und berührte das Publikum mit ruhigen, fein abgestimmten Klängen. Besonderen Applaus erhielten die vier Solisten Thomas Walker (Trompete), Thomas Hurschler (Cornet), Kurt Bucher (Waldhorn) und der Saxophonist Mathias Besse. Ein weiteres eindrückliches Alphorn-Solo gab Ivo Odermatt im Stück «Himmel auf Erden» von Theres Linder zum Besten.

Zu einer Älplerchilbi gehört auch das Wort. Pfarrer Walter Mathis hielt eine kurze, humorvolle Festpredigt, die Tradition, Glauben und ein Augenzwinkern gekonnt verband. Ein weiterer besonderer Moment folgte mit der Ehrung von Ehrenpfleger Peter Barmettler. Präsident Simon Würsch dankte ihm für die Leidenschaft, die alle Älplerbeamten an den Tag legen, um das wertvolle Brauchtum in Emmetten lebendig zu halten, und überreichte ihm – ganz im Sinne der Älplerchilbi – zwei Käselaibe.

Den Abschluss des ersten Konzertteils bildete das kraftvolle Brassband-Werk «Stage Clear» von Andreas Ludwig Schulte. Nach der Pause ging es mit der bekannten Hymne «Schwingerlüüt im Schwizerland» von Christoph Walter weiter, bevor mit dem «Malojawind» von Ueli Mooser erneut die Ländlermusikanten ins Spiel kamen. Reto Blättler (Klarinette), Urs Meier (Akkordeon), Beat Würsch (Schwyzerörgeli) und Jérôme Kuhn (Kontrabass) wurden von der Musikgesellschaft Emmetten souverän begleitet. Der Applaus war so gross, dass eine Wiederholung gefordert wurde.

So richtig urchig wurde es anschliessend mit «Meiteli, wenn du wott gu tanze» von Derek M. Broadbent und dem «Örgelihuus» von Ernst Jakober. Neben der Musik standen auch verdiente Vereinsmitglieder im Mittelpunkt: Eine grosse Ehre durfte Peter Würsch entgegennehmen. Er ist seit 60 Jahren aktiver Musikant und nach wie vor mit grossem Engagement dabei – ein beeindruckendes Beispiel für gelebte Vereinstreue. Ebenfalls geehrt wurde Jacqueline Durrer, die seit 35 Jahren dem Vorstand angehört und sich gleichzeitig als aktive Musikantin unermüdlich für die Musikgesellschaft einsetzt.

Zum Abschluss dankte sich die Musikgesellschaft dem Publikum für den gelungenen Konzertabend musikalisch ausgedrückt mit dem passenden Schlussstück «Dem Himmel sei Dank» von Günther Gruber. Der Abend zeigte eindrücklich, wie lebendig Tradition, Gemeinschaft und musikalische Freude in Emmetten gelebt werden.
