Einer für alle – alle für einen – 150 Jahre Älplergesellschaft Emmetten
Das 150-jährige Jubiläum steht für viele Hochs und Tiefs in der Geschichte des Emmetter Älpler- und Bauernlebens. Sie erkannten aber, dass sie in der Gemeinschaft mehr erreichen konnten, was als Einzelkämpfer nicht realisierbar gewesen wäre. Ein Grund dafür ist sicher die finanzielle Lage, in der sich um 1900 alle Emmetter befanden. Der grösste Teil der Bevölkerung waren Bauern und Selbstversorger und es reichte gerade mal zum Leben und für mehr nicht. So ist es nicht verwunderlich, dass sich ein paar mutige Emmetter am 20. Oktober 1874 zusammentaten, um eine Älplergesellschaft zu gründen. Gleichzeitig beschlossen sie, eine Viehversicherungs-Kassa zu gründen. „Dass es eine Pflicht der Humanität der ächten Nechstenliebe ist, der durch Unglück im Stalle betroffenen eine milde Unterstützung auf diese oder jene Art zu kommen zu lassen.“, hieß es im Älplerbuch und unterstreicht damit die Wichtigkeit einer Viehversicherungs-Kassa. Und gerade, weil es den Emmettern so wichtig war, ihren Besitz zu schützen, überstürzten sie nichts und es vergingen drei Jahre intensiver Diskussionen, bis sich die Älpler definitiv dazu entschlossen, die Viehversicherung zu eröffnen. Ebenfalls in dieser Zeit wurde die Maul- und Klauenseuche immer mehr zum Thema und verursachte große Schäden. Daher wurde am 09. Februar 1879 entschlossen, einen Jüngling zu bestimmen, der sich mit der Tierlehre näher beschäftigen soll. Daraufhin wurde Robert Würsch des Blätz Gabrielen, verpflichtet sich bei Herr Kamer in Küssnacht als Tierarzt ausbilden zu lassen. Gleichzeitig verpflichtete er sich für 10 Jahre in Emmetten zu bleiben und in allen Krankheitsfällen zu helfen.
Älplerchilbi mit vielen Unterbrüchen
Doch in allen Punkten waren sich die Emmetter nicht immer einig. So kam es immer wieder vor, dass sich Älplerbeamte weigerten, ihre zugeteilten Ämter auszuüben. Es kam sogar so weit, dass die Älplerchilbi im Jahr 1927 wegen Beamten-Mangel abgesagt wurde. Auch 1930 war es nicht besser, da erschienen lediglich 3 Mitglieder der Älplergesellschaft und ein Jahr darauf kam nur der Älplerrat und kein einziger Beamte. Erst im Jahr 1932 einigten sie sich für eine Älplerchilbi, die aber auch nicht ohne Diskussion über die Bühne ging. Diesmal entfachte über die Festlokalität eine hitzige Diskussion. Es kam so weit, dass durch Auslosung festgelegt wurde, ob die Festlichkeiten im Schlüssel oder im Engel abzuhalten sind. Die Wahl der Lokalität beschäftigte die Emmetter bis weit in die 1950er Jahre und war bei jeder Älplergemeinde ein hitziges Thema. Bereits 1933 verursachte ein erneutes Demissionsfieber unter den Älplerbeamten, dass nur mit Müh und Not eine Älplerchilbi stattfand. Doch man gelobte Besserung. Die hielt aber nicht lange an, denn von 1935 – 1945 fanden 10 Jahre lang keine Festlichkeiten mehr statt. Mit ein Grund waren sicherlich die Kriegswirren, die in dieser Zeit anhielten. Ein weiterer 10-jähriger Unterbruch war 1978-1988, dessen Grund bis heute nicht ganz geklärt ist. Seither fanden mehrheitlich alle zwei Jahre eine Älplerchilbi statt.
Foto-Ausstellung und Filmvorführung
Anlässlich des 150-jährigen Älpler-Jubiläums zeigt Daniela Gröbli Fotos, Dokumente und Filme aus ihrem Archiv.
Zu sehen sind Älplerfotos ab 1906 bis heute, handschriftliche Älplerklagen aus dem Jahre 1946 und vieles mehr.
Jeweils am Mittwoch-Abend um 20 Uhr kommen Sie in den Genuss eines Älplerfilms. Darin zu sehen ist ein Interview mit den beiden Älplern Ernst Näpflin und Paul Käslin. Sie erzählen über das Älplerleben und was es heisst, als Älpler einen ganzen Sommer lang auf der Alp zu leben. Im zweiten Teil des Älplerfilms wird über die intensive Älplerwoche vor der offiziellen Älplerchilbi gezeigt, wie die Älplerbeamten die Kirche, die Mehzweckhalle und die Umzugswagen auf den grossen Tag schmücken und vorbereiten.
PS: Kommen Sie bitte für die Filmvorführungen frühzeitig. Die Platzzahl ist beschränkt.
Der gemütliche Schwatz über alte Zeiten kann man sich mit Getränken und Kuchen versüßen.
Die Ausstellung findet vom 25. September bis 13. Oktober 2024 in der Kultuir-Stube Emmetten, Hinterhostattstrasse 3, erster Stock statt.
Öffnungszeiten Mittwoch: von 19 Uhr bis 23 Uhr mit Filmvorfühung um 20 Uhr
Mittwoch, 25. September 2024
Mittwoch, 02. Oktober 2024
Mittwoch, 09. Oktober 2024Öffnungszeiten Sonntag: von 14 Uhr bis 20 Uhr
Sonntag, 29. September 2024
Sonntag, 06. Oktober 2024
Sonntag, 13. Oktober 2024







